Briefmarken-Literatur
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Frage:
28.12.2019
Guten Tag Herr Köpfer,
zunächst einmal vielen Dank für Ihre guten Beiträge und Ratschläge zum Briefmarkensammeln.
Ich habe in einem kürzlich erworbenen Album eine ganze Reihe von postfrischen bzw. gestempelten Marken mit Gummierung vorgefunden, die sich beim Entnehmen sehr stark zusammengerollt haben. Dies kannte ich bisher in dieser Form nur beim Ablösen von neueren Ausgaben der Bundesrepublik. Haben Sie eine Idee, woran das liegen könnte?

Freundliche Grüße
Reinhard
Antwort:
Mir fallen da zwei mögliche Ursachen ein:
1. die Marken wurden falsch gelagert, u.U zu hoher Luftfeuchtigkeit ausgesetzt oder
2. wahrscheinlicher, die Marken wurden nachgummiert. Je nachdem, wie "wertvoll" der Inhalt dieses Albums ist, würde ich mal etwas an einen Prüfer schicken um diese unangenehme Möglichkeit vielleicht auszuschließen. Unangenehm deshalb, weil Sammlungen kaum reklamiert werden können.
Frage:
16.12.2019
was heisst tiefst geprüft
Antwort:
Wird eine Briefmarke / Objekt geprüft,äußert sich der Prüfer auf unterschiedliche Weise. Eine Art ist die, auf dem Prüfobjekt ein Prüfzeichen anzubringen, mit dem z.B. dessen Echtheit bestätigt wird. Je nach dem wie es angebracht wird, kann man darüber hinaus die Qualität der Marke / des Objektes erkennen. Setzt bei normal gestempelten oder postfrischen Marken der Prüfstempel rückseitig (rechts oder links) direkt an der Zähnung (tiefst geprüft) an, bedeutet das "beste Qualität". Je weiter dieses Signum von der Zähnung "wegwandert", desto schlechter ist die Qualität.

Ich empfehle nur best-, also tiefstgeprüfte Marken zu sammeln, denn nur sie sind begehrt. Im Umkehrschluß heißt das auch, dem Prüfer nur augenscheinlich absolut einwandfreie Marken zur Prüfung vorzulegen.

Beachtet werden muß außerdem, dass der Prüfer die Qualität des Stempels nicht bewertet - das sollte die Aufgabe des Sammlers sein, auf zentrische Stempel von normalen Postämtern zu achten.

Und noch ein Hinweis darauf, dass auf meinen Seiten die meisten Fragen schon beantwortet sind - also lesen, lesen, lesen.
Frage:
09.12.2019
Sehr geehrter Herr Koepfer,

Zwei Fragen:
1. Gibt es irgendwo Informationen wie viele Marken es mit bestimmten Fehldrucken ungefaehr gibt wie zum Beispiel 860F1, 738F, 564F und 508F?
2. Wie sind diese Fehldrucke den Adleraugen der Qualitaetskontrolle entkommen und auf den Markt gelangt? Dass etwas mit 860F oder 508F falsch ist war ja doch einfach zu sehen.

Mit freundlichen Gruessen und voller Neugier

Peter
Antwort:
Ein Mystrium? Jedenfalls ist Ihre Frage nicht zu beantworten. Ich kenne viele Leute, aber niemanden, der am Postschalter mal solche Druckab(aus)fälle kaufen konnte.

Ich denke, da sitzen immer einige "Knaben an der Quelle", die mit "Müll" sehr gutes Geld machen.

Und, es ist vielleicht auch gut so, dass es für Leute, bei denen Geld im Überfluss vorhanden ist, besondere Anlagemöglichkeiten (hunderttausende Euro z.B. für garnicht verausgabte Marken) geboten werden. So bleibt für den "Otto-Normal-Sammler", wie z.B. mich, immer auch gutes, sogar sehr gutes Sammelwürdiges übrig.
Frage:
24.11.2019
Hallo Herr Köpfer,
ich bin 34 Jahre alt, Grundschullehrer und betreibe momentan mit den Kindern eine Briefmarken AG. Sie nehmen das toll an und insbesondere das Thema "Wie und was man sammeln kann" ist oft eine schwierige Frage. Ich finde ihr Buch dazu genial und hätte so gerne eines für die Schule.
Planen Sie irgendwann eine neue Auflage?
Ganz liebe Grüße
Jan
Antwort:
Eine tolle aber auch verantwortungsvolle Aufgabe, denn Sie haben es in der Hand, diesen Beginn so zu gestalten, dass "Briefmarkensammeln" ein lebenslanges Hobby wird.

Zum Start braucht man eine Pinzette und ein kleines Album. Es kann alles gesammelt werden, bitte aber nur gestempelt. Eine unendliche Menge steht kostenlos zur Verfügung. Also auf keinen Fall postfrische oder speziell für Sammler gestempelte Briefmarken bei der Post oder Händlern und niemals sogenannte Vordruckalben kaufen - das Taschengeld läßt sich (erst mal) besser anlegen.

Etwas später, wenn man mal ein wenig Einblick in dieses schöne Hobby gewonnen hat, benötigt man einen kleinen gebrauchten Katalog des Landes, das man sammeln möchte.

Wenn dann irgendwann die Übersicht verloren geht, muß man sich spezialisieren, z.B. auf einen Teilabschnitt eines Landes, bei Deutschland könnte das der Bund, Berlin (sammle ich) oder ein anderer Zeitabschnitt sein.

Nein, mein Buch werde ich nicht mehr neu auflegen, zumal es aus meinen Seiten heruntergeladen werden kann.

Was ich aber auf jeden Fall anbieten möchte, ist die Beantwortung aller Fragen der Teilnehmer Ihrer oder anderer AGn. Das könnten auch spezielle Beiträge zum Unterricht oder auch Bilder sein.

Viel Erfolg, vor allem aber Spaß.
Frage:
17.11.2019
Frage:
Hallo Herr Köpfer,
aus dem "gestempelt"-Sammeln Bund sind sehr viele "postfrisch"-Marken als Beifang zusammengekommen, so dass ich einmal komplett haben wollte. Wahlweise als Eckrand oder Paar, wobei alle Ecken gleichhäufig auftauchen sollten Zwei Dinge fielen auf: Eine Vandalisierung von Alben durch Formnummerjäger, so sind Viererblocks zu 3er gemacht, oder fehlen überdurchschnittlich und ein hoher Anteil von Marken mit Fingerabdrücken. Was tun? Für Formnummern nachkaufen und tiefer in die Tasche greifen (teilweise werden diese aberwitzig hoch gehandelt) und was ist besser eine winzige Fingerabruckspur auf einem Eckrand oder eine tadellose normale? Viele Grüße, Christos
Antwort:
Antwort:
Die Qualitätsfrage taucht, mehr oder weniger ausgeprägt, bei JEDEM Sammler immer wieder auf. Eine Antwort ist abhängig von seiner Philosophie und deren Umsetzung.

Ich habe mir "beste Qualität" auf die Fahne geschrieben und neige dazu, Kompromisse nur in sehr engem Spielraum einzugehen - und dann aber die Suche nach dem Besseren (Klasse) konsequent zu verfolgen. Mit übrigens teils mäßigem Erfolg (nur Masse).

Was ich ablehne ist die Sammlung "wertlosen Zeugs", das jede noch so schöne, wertige Sammlung zu einer günstigstenfalls beliebigen und damit schwer oder gar nicht verkäuflichen macht.

Lieber eine Lücke als etwas nicht Sammelwürdiges!
Frage:
30.10.2019
Frage:
Hallo Herr Köpfer,
eine Frage zu Sonderstempel.

Mir geht es nicht um die Ersttagsbezogenen, zu großen Ausstellungen, Anlässen oder ähnlichen.

Es gab da ja auch Sonderstempel von kleineren Orten und Anlässen, die im Alltagsverkehr verwendet wurden, vielleicht
nicht mal so häufig. Oder sind alle Sonderstempel Mache der Post?

Ist da Ihrer Meinung nach eine Abgrenzung möglich ?
Mario

Antwort:
Antwort:

Mir hilft logisches Denken. Ich sammle, was postseitig notwendig ist, um den Auftrag der Erfüllung der angebotenen Dienstleistungen zu gewährleisten. Viele Einzelgründe spielen natürlich darüber hinaus weitere Rollen.

Die ausgelagerten Versandstellen für Postwertzeichen sind reine Profitcenter, die mit diesem Auftrag nichts zu tun haben, sind also für mich keine Anbieter sammelwürdiger Produkte. Wo auch sollte ein Reiz entstehen, eines von 500.000 gleichaussehenden ETB´s als Sammelobjekt zu betrachten?

Die Post als Dienstleistungsunternehmen nutzt ihre Stellung logischerweise auch dazu, mit ihren Produkten als Werbeträger Zusatzeinnahmen zu generieren. Das hat bei Werbestempeln oder Stempeln aus Anlaß von Veranstaltungen nur bedingt / gelegentlich etwas mit der Philatelie zu tun, sind also in meinen Augen als Entwertungsmerkmale absolut sammelwürdig / akzeptabel.

Frage:
28.10.2019
Frage:
Hallo Herr Köpfer,
ersteinmal sehr sehr großen Respekt für Ihre tollen Seiten. Ich sammle unter anderem auch Viererblöcke aus verschiedenen Regionen
gestempelt. Zählt ein Viererblock mit einem ordentlichen zentrischen Stempel noch unter Q1, oder sollte jede Marke einzeln gestempelt sein?
Natürlich von einem normalen Postamt.
Beides wäre meiner Ansicht okay, oder ?
Viele Grüße Mario
Antwort:
Antwort:
Ich würde, ordentliche Stempel vorausgesetzt, beides unter Q1 einordnen. Allerdings bevorzuge ich den zentralen Einzelstempel, auch bei Paaren, da die Einzelabstempelung doch eher unnatürlich / unüblich wirkt.
Frage:
10.10.2019
wie sammele ich am besten blockausgaben, wie im michelkatalog in der reihenfolge, oder blöcke extra nach einander.
Antwort:
Eine Spezialisierung, d.h. das Sammeln eines fest umrissenen Gebiets, ja u.U. sogar nur eines Satzes oder einer Marke in allen möglichen Varianten, in Ihrem Fall Blöcke, erwartet keine Vollständigkeit - dem Otto-Normal-Sammler setzen die Preise schon Grenzen – aber hochwertige Sammlungen sind trotzdem immer möglich. Allerdings nur, wenn ausschießlich beste Qualität gesammelt wird. Kurze oder fehlende Zähne oder sonstige Macken schlössen einen solchen Erfolg aus.

Das Ordnen der Marken nach Michel macht auf jeden Fall Sinn. Es erhebt sich allerdings die Frage, wie man sammeln möchte:
 
Postfrisch, wenn man mal von den teuren Blöcken absieht, wäre die leichteste Übung. Die gibt es massenhaft und kosten so gut wie nichts, sind im Grunde wertlos - und das bleibt auch so. Das könnte jedoch trotzdem Teil der Sammlung sein.
 
Gestempelt, eine der Königsdisziplinen der Philatelie, muß man sehr differenziert sehen: massenhaft, billig und auch dauerhaft wertlos und deshalb nicht sammelwürdig sind die Gefälligkeitsabstempelungen der Versandstellen und die Ersttagssonderstempel. Fazit: sammelwürdig sind Marken / Zusammendrucke / Blöcke mit zeitgerechten Stempeln von normalen Postämtern, möglichst zentrisch abgeschlagen.
 
Zusammendrucke sowie Einzelmarken sind bei Blöcken natürlich ein großes Thema. Postfrisch ist das jederzeit gestaltbar, gestempelt auch keinen Fall dadurch, dass man Blöcke mit Ersttagssonder-  / Versandstellenstempel auftrennt, sondern wieder nur mit möglichst zentrischem Stempel normaler Postämter.
 
Und, nicht zuletzt, Blöcke, Einzelmarken und Zusammendrucke auf portogerecht frankierten Briefen: nicht mal teuer, aber kaum zu finden – wenn doch, ist das ein Traum.
 
Ein paar Berliner Bilder sollen helfen zu verstehen, was Spezialisten schon lange wissen und ahnen lassen, was gemeint ist mit der Aussage: Briefmarkensammeln sei das schönste Hobby der Welt.










Frage:
24.09.2019
Frage:
Sehr geehrter Sammler,

als Sammler von Ansichtskarten habe ich eine Karte aus Thailand (1905) bekommen, bei der mir die Briefmarken aus Siam aufgefallen sind. Leider kann ich über die Marken im Netz keine Info finden. (Ich habe wahrescheinlich an der falschen Stelle gesucht.)

Zwei zusammenhängende grüne Marken weisen als Innschrift "Siam Postage & Revenue 2 ATTS" und eine grüne Marke mit einem Stück Rand vom Bogen als Innschrift "Siam Postage & Revenue 1 ATT" auf.

Mich würde jetzt interessieren, ob es einen Fachausdruck für Marken gibt, die zusammenhängen und für Marken an denen noch ein Stück des Bogens (Rand) hängt.

Zudem würde mich interessieren, da die Karte nicht in mein Sammelgebiet passt, ob die Briefmarken für Briefmarkensammler einen Wert darstellen und ob die Briefmarken für eine Auktion von Interessen sein könnten.

Über eine Nachricht wäre ich Ihnen sehr dankbar.

Vielen Dank im voraus für Ihre Mühe.

Wolfgang
Antwort:
Antwort:

Ohne ein Sammelobjekt gesehen zu haben ist eine Aussage in gleich welcher Form nicht möglich.

Legen Sie das Stück mal einem größeren Händler, möglichst mit Auktionserfahrung vor oder stellen es in eBay zum Verkauf ab 1 Euro ein. Ich habe festgestellt, dass die Wertigkeit von Sammlern erkannt und dann auch entsprechend geboten wird.

Zu den Grundkenntnissen, wie z.B. "Zusammendrucke" oder "Randstücke" empfehle ich das Studium meiner Internetseiten.
Frage:
23.09.2019
Frage:
Von der 5 Pfennig-Marke der Berliner Serie "Unfallverhütung" wurden 7000 Rollen der 1000er Rollengröße (die geraden Rollennummern sind 4-stellig, also z.B. "0010", die ungeraden dreistellig, z.B. 015) hergestellt, die dann in 700 Rollenstangen á jeweils 10 Rollen konfiguriert wurden. Die 700 Stangendeckel waren für jeden "Postler" nur Abfall und wurden überwiegend auch so behandelt: ab in den Papierkorb. Nur wenige Sammler werden in den Besitz dieser Seltenheit gelangt sein - und dementsprechend ist der eBay-Verkaufserfolg (€ 352,66) mehr als gerechtfertigt.

Ist die Rede nicht von 700 VT, sondern von 1400 (zwei pro Rollenstange) – oder war das bei UV anders?

Um die Schalterabläufe zu vereinfachen und zu beschleunigen, wurden mit den
zwischenzeitlichen technischen Möglichkeiten des Endlosdrucks Marken in
Rollenform von 100 bis 1.000 Stück je Rolle produziert. Rollen mit mehr als 1.000 Stück (bis 10.000) waren Spezialanfertigungen für Massenversender / Großkunden der Post.

Christian
Antwort:

Antwort:

Der Michel Spezial nennt für die 5er der Berliner UV-Serie (MiNr. 402) eine Auflage von 11.490.000 Stück. Davon waren 3.600.000 Stück aus speziell für Sammler hergestellten Bogenmarken, was eine Auflage von 7.890.000 Stück Rollenmarken ergibt.

Der Handbuchkatalog Rollenmarken geht weiter ins Detail und führt 700 ROLLEN á 1.000 Stück für diese Rollengröße an, was einer Auflage von 700.000 Stück entspricht. Nun folgt das Kuriosum, daß lt. Michel nur 1.438 Rollen á 500 Stück hergestellt worden seien, was einer Teilauflage von lediglich 719.000 entspräche. Wo sind die fehlenden 7.190.000? Richtig, da fehlt eine Null - es muß heißen 14.380.

Demnach gibt es von der 1.000er-Rolle der MiNr. 402 Berlin nur 70 Stangen á 10 Rollen und demzufolge nur 140 Stangendeckel oder VT (Verschlußteller). Und schon ist der eBay-Preis ein verständlicher, vielleicht sogar günstiger.

Übrigens: entsprechend ist der Katalogpreis für Einzelmarken oder Streifen, Rollenanfänge oder -enden mit Nummern ein höherer, gestempelt sogar mit einem weiteren kräftigen Plus.
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