Briefmarken-Literatur
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Bewertung    Michel Markenheftchen Bundesrepublik und Berlin
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Typ: Handbuch-Katalog
Herausgeber: Schwaneberger-Verlag GmbH
ISBN: ja
Preis: Jahrgang 2006/2007  € 49,80
Jahrgang 2010/2011  € 69,80
Erscheinungsrhythmus: alle 4 Jahre ?
Tatsachen
Der „Michel Handbuch-Katalog Markenheftchen Bundesrepublik und Berlin“, der nicht nur Markenheftchen (MH), sondern auch Markenheftchenbogen (MHB) und Zusammendrucke (Zdr) behandelt, ist ein sehr informativer Spezialkatalog für ein wunderbares Sammelgebiet. Er gehört sicher zum Komplettesten, das der deutsche Briefmarken-Katalogmarkt zu diesem Bereich zu bieten hat.
Eine ausführliche Einführung beschreibt seine Handhabung und auch das Sammelgebiet als solches sehr gut. Mit einer sehr informativen Bebilderung erklären sich die teils unglaublich vielen Varianten dieses Bereichs fast von selbst. So werden z.B. 96 Plattenfehler des Bund-MH 22 (Burgen und Schlösser) und 29 des MH 11 von Berlin (ebenfalls Burgen und Schlösser) mit Vergrößerungen deutlich gezeigt, ebenso wie viele Werbevarianten - und der Rest gut beschrieben.
Auf das Sammelgebiet bezogen wird auch das Thema Prüfer (Prüfordnung, Prüfer mit Anschriften) behandelt.
Wohltuend ist die fast fehlende, ansonsten oft übertriebene Präsenz mit ihren unsinnigen Bewertungen von Machwerk der Briefmarkenlobby.
Differenzen
Die Standardanforderungen an einen Spezialkatalog sind damit, von wenigen, jedoch markanten Beanstandungen abgesehen, deutlich erfüllt.
Die irrelevanten Bewertungen auch dieses Katalogs lassen ihn leider zur Verkaufspreisliste des Handels verkommen. Wie der Briefmarkenspiegel aktuell bestätigt, haben diese Preise keinen Bezug zum Markt, sondern haben taktische, den Handel stützende und schützende Funktionen. Das geht offensichtlich so weit, daß dadurch gar dessen Fehlentscheidungen oder Unvermögen auf die Sammler abgewälzt werden.
Mit der Sammlerrealität haben sie überhaupt nichts zu tun. Während der Sammler beim Einkauf im Fachhandel 30, 40 oder mehr Prozent davon bezahlen muß, erhält er seinerseits beim Verkauf oft nichts oder vielleicht 10 %, selten mehr von diesen Preisen.
Der, der staunend ob der Umfänglichkeit, diesen Katalog nutzt, wird sich bald fragen, warum einige Angaben, ja Informationen zu offiziellen und vorhandenen Ausgaben und Varianten einfach fehlen, nicht mal erwähnt werden.
Da sind einmal Fluoreszenzunterschiede, die die Post hochoffiziell als eigene Ausgabeart verausgabte. Bei den Burgen und Schlössern gibt es die Bund-MH 22 und 23, bei Berlin die MH 11 und 12 in zwei verschiedenen Fluoreszenzen, und logisch, die Zusammendrucke daraus ebenso. Das wird nicht einmal in einer Fußnote vermerkt, obwohl genau dieser Umstand in einem anderen Spezialkatalog, dem für Rollenmarken, langsam, wirklich langsam Einzug hält.
Und warum werden manche Zusammendruckvarianten nicht erfaßt?
Hat ein oben und / oder unten geschnittener Viererblock oder ebensolche waagerechten Paare aus MH (10 Pfennig) keine Daseins- bzw. Bewertungsberechtigung?
Anzunehmen ist außerdem, daß sich Sammler darüber freuen würden, wenn in einem Spezialkatalog zu lesen wäre, wie anhängende Bogen- oder H-Bl.-Ränder einzustufen wären.
Bewertung
Dieser Spezialkatalog könnte für manchen Sammler Anlaß sein, sich diesem wunderschönen Sammelgebiet verstärkt, gar intensiv zuzuwenden – wäre da nicht dieser sehr hohe und offensichtlich weiter explodierende Preis. € 49,80 in 2006 sind es heute, nicht nur durch die Hinzunahme eines weiteren Gebiets und einer weiter für Sammler ins uferlose treibende Neuausgabenflut der Post, 2010 schon € 69,80.
Der Kataloghersteller sollte sich darüber im Klaren sein, daß eine solche Preisentwicklung kontraproduktiv ist, die Anzahl potentieller Käufer weiter schrumpfen läßt.
Trotz dieses für viele sicher als KO-Kriterium wirkenden Kaufpreises, der für uns Sammler nicht gültigen Bewertungen und der teilweise fehlenden Auflistung von Sammelwürdigem ist er als (noch) empfehlenswert einzustufen.
Urteil
Empfehlenswert!
TIPP
Dieser Katalog ist teuer und sein Preis steigt von Ausgabe zu Ausgabe erschreckend.
Wer auf die im Band 2010 / 2011 katalogisierte Flut von Neuausgaben seit 2006 und die Ausgaben der Alliierten Besatzung verzichten kann, ist mit der Ausgabe 2006 / 2007 blendend bedient. Sie wird im Internet für € 49,80 angeboten.
Jeder Sammler weiß zwischenzeitlich, daß die Briefmarkenbewertungen in den Katalogen für uns Sammler irrelevant, endlos weit vom Sammlerwert der Marken entfernt, reine Händlerpreislisten sind.
Und wenn man nun noch bedenkt, daß sich die übrigen Qualitäten dieses Katalogs, also in seinen wertvollen Informationen, kaum noch ändern werden, bemerkt man sehr schnell, daß man diesen noch preisgünstigeren 2006er Katalog noch sehr lange wird nutzen können. Und siehe da, nun ist er fast eine einmalige Anschaffung und wirkt preiswert.
Und denken Sie dran: Wir werden immer Fragen haben und sollten uns mit guten Hilfsmitteln die Antworten möglichst selbst geben können – dann können wir auch sicher sein, daß es in unserem Interesse ist.